szmtag
 Ausgabe vom 09.02.2010
   +++ Tickets +++  Leserservice  Leserbriefe  Mediadaten  Impressum  Kontakt  Newsletter  ON-Links68

OssiloopOssiloop 2009 - alle Ergebnisse
ON-ShopON-Shop
StartseiteZurück zur Startseite
 LokalesZur Lokal-Nachrichten-Übersicht
 LokalsportZur Sport-Nachrichten-Übersicht
 SporttabellenDie Sporttabellen
 AnzeigenON-Anzeigenmarkt
 BildergalerieON- Weitere Bilder zu unseren Themen
 LeserfotoDie Leserfotos des Monats
 Gesundheits- 
  messe
2. Auricher Gesundheitsmesse 2009
  ON-TVON-TV - Nachrichten und mehr
 ON TagebuchON Reise Tagebuch
 OstfriesenwitzeOstfriesenwitze von unseren Lesern und aus dem Utrooper-Verlag
 DownloadsAlte Aurich-Motive zum Download als Bildschirmhintergrund
 ZubringertrassePressetexte und detailierte Karten der Trasse
 Autobahn-   
zubringerAutobahnzubringer (PDF)
 KinderzeitungON-Kinderzeitung
 Infos/ExtrasON-Extras
  Bundesliga-
  Trainer
Bundesliga-Trainer
 MarktplatzMarktplatz



Gerd Füllgrabes neues Buch:
"El Condor Pasa"



Anzeige:



ON-Reporter berichten direkt aus Kunduz
Teil:   1   2   3   4   5   6   7  
ON in Kunduz
Für die Ostfriesischen Nachrichten in Aurich berichten Mieke Matthes (Text) und Claus Schüssler (Fotos) vom Einsatz deutscher Soldaten in Kunduz/Afghanistan. Nach einer Zwischenübernachtung im Feldlager in Termez/Usbekistan haben beide ihren Zielort ohne Probleme erreicht. Hier ihr erster Bericht.
Teil 1

ON-Serie "Notizen aus Afghanistan" - Impressionen von einem Bauernfest

Archaisch: Pferdesport auf afghanisch. Beim Wettkampf Buskaschi kämpfen verwegene Reiter in der Sandarena um einen Kalbskadaver / Blick in eine fremde Welt

Von Mieke Matthes

Kunduz/Aurich.Wulstig pulsiert die blutige Zunge indem aufgerissenen Pferdemaul, blanke Zähne blitzen, die Augen des Tieres rollenwild. Peitschenhiebe knallen, rauhe Männerstimmen feuern die Reiter an. Es ist Samstagmittag und wir sind angekommen in Afghanistan, einem Land im Schwebezustand zwischen Tradition und Moderne, zwischen Nachkriegszeit und Aufbruch. Für uns ist es ein unbekanntes Land, ein Abenteuer. Bei einem traditionellen Pferdewettkampf, dem sogenannten Buskaschi, tauchen wir ein in eine fremde, faszinierende Welt:

Buskaschi bedeutet frei übersetzt „Ziegen ziehen“, kommt vermutlich aus der Mongolei und hat eine rund 5000 Jahre alte Tradition. Man sagt, Buskaschi sei ein Vorfahre des Polo-Sports. Im Krieg sollte das sportliche Spiel unter anderem Aggressionen beiden afghanischen Soldaten abbauen. Im Frieden unterhält es Kinder und Greise,Reich und Arm.

Die Spielregeln sind einfach und schnörkellos. Beim Buskaschi treten zwei Mannschaften oder viele Einzelkämpfer in einer Art Arena gegeneinander an. Ein Spieler nimmt vom Pferd aus eine tote Ziege oder ein totes Kalb mit der Hand vom Boden auf. Ziel ist es, mit dem Kadaver einen möglichst großen Kreis abzureiten und dann die „Trophäe“ in einem Kreidekreis abzulegen. Das versuchen die Gegner zu verhindern - mit Händen, Füßen und Peitschen. Denn zimperlich sind sie nicht, die Reiter, Chop Andozu genannt. Der Pferdewettkampf öffnet den Spalt in eine Männerwelt, archaisch und brutal, aber denoch von einer gewissen Ästhetik. Hier lebt der Mythos vom wilden Jäger.

Um dem Schauspiel beizuwohnen, haben uns die Afghanen an diesem Tag einen „Logenplatz“ angeboten. Wir sitzen mitten unter ihnen auf der Tribüne, einer Art Sanddüne oberhalb der Arena. Unsere Splitterschutzwesten und die braun-beigen Uniformen der begleitenden ISAF-Soldaten weisen uns als Ausländer aus, als Gäste in diesem Land. Um uns herum sitzen Würdenträger und wohlhabende Afghanen. Turban, Kopftuch, Pluderhosen, knielange Hemden, Sandalen, Bärte. Ein Kamerateam des Fernsehsenders aus Kunduz filmt das Spektakel - das Publikum und auch die Gäste aus Deutschland.
Pferdesport auf afghanisch

Wenn sich ein Reiter den Kadaver geschnappt hat, geht es im wilden Galopp durch die Arena. Die anderen Reiter nehmen die Verfolgung auf, versuchen dem Spieler seine Beute wieder abzujagen. Fotos: Schüssler

Den wohl habenden Afghanen gehören die wilden Pferde, die am Fuß des Hügels um den kopflosen Kadaver eines Kalbes kämpfen. In den Sätteln sitzen furchtlos dreinschauende Jockeys.Unter ihnen auch ein Mann mit dunkelroter Jacke. Er ist etwa 35 Jahre alt, vielleicht etwas älter, vielleicht aber auch jünger. Das Alter der Afghanen ist schlecht zu schätzen, sagen die deutschen Soldaten. Der rote Reiter hat den Kalbskadaver ins Visier genommen, galoppiert heran, beugt sich hinab, lehnt sich aus dem Sattel, streckt den Arm und greift den Kadaver am Hinterlauf. Das Spiel beginnt.

Die Peitsche trifft die Flanke des Pferdes, ein, zwei, drei Mal. Das schlanke durch trainierte Tier verfällt in rasenden Galopp. Der Jockey auf seinem Rücken saust davon, in nur einer Hand den 60 Kilo schweren Kalbskörper. Die gegnerische Mannschaft nimmt die Verfolgung auf, jagt dem Jäger hinterher. Der Tierkadaver schleift über den holprigen Boden, taucht in eine matschig-braune Pfütze, baumelt dann wieder neben dem Pferd.

Der Reiter passiert die grüne Fahne, das erste Etappenziel ist geschafft. In einem zweiten Anlauf gilt es, den Kadaver in den Kreidekreis zu schleifen. Wieder hat der rote Reiter das Kalb fest im Griff. Doch am Kreidekreis haben sich bereits die Gegener versammelt, drängen ihre Pferde dicht zusammen, versperren den Weg. Der rote Reiter erreicht die Menge, verschwindet in ihr. Man sieht einzelne Pferde steigen, Peitschen sausen. Der Kadaver ist kaum noch zuerkennen zwischen Pferdehufen, Staub und menschlichen Leibern. Es wird geboxt,geschlagen, gezogen und gedrängt.

Dann, plötzlich Applaus. Der rote Reiter hat esgeschafft, hat das Tier im Kreidekreis platziert. Jetzt nimmt er Kurs auf die Tribüne, holt seinen Gewinn ab: einen „Karsai“-Mantel, wie sie das Kleidungsstück nach dem neuen aghanischen Präsidenten nennen, und ein paar Dollar. Das Pferd schwitzt und keucht vor Anstrengung, dem Jockey rinnen einige Schweißtropfen über die Stirn. Dennoch, es gibt keine Verschnaufpause. Es geht zurück ins Pulk, zurück aufs Spielfeld, zurück in den Staub. Das Kalb wird an diesem Nachmittag wieder und wieder gepackt, geschleift, fallen gelassen.

Im wilden Ritt galoppiert die Menge, es mögen gut 50 Pferde sein, über den weitläufigen Platz. Wenn die Pferde durchgehen, über die Tribüne preschen, die nichts weiter ist als eine kleine Anhöhe, springen die Zuschauer auseinander, nur, um sich gleich wieder zu setzen. „Die Pferde treten nicht nach Menschen, auch wenn sie noch so in Rage sind“, erklärt Feldwebel Sabi M., unser Sprachmittler von den deutschen ISAF-Truppen. Die Spielregeln ändern sich schnell beim Buskaschi, die wohlhabenden Afghanen bestimmen von der Tribüne immer neue Preisgelder, neue Belohnungen für die Reiter.

Ein gutes Buskaschi-Pferd kann schnell 40000 bis 50000 Dollar kosten, weiß Moshref - eine attraktive Geldanlage. Vor der Herrschaft der Tali-ban fanden Landesmeister-schaften im Buskaschi statt.Im Fußballstadion von Kabultrafen die Provinzmann-schaften aufeinander, umsich zu messen. Das ist jetztvorbei.Dennoch, in den einzelnenRegionen lebt der Pferde-wettkampf weiter. Buskaschi-Saison ist von Januar bis EndeMärz. Danach wird es zu heiß,denn der Pferdewettkampffordert die letzten Kräfte - vonPferd und Reiter.

26 Soldaten des Objektschutzbataillons Wittmund, Jever und Schortens

Auf dem Weg in den Einsatz: 26 Soldaten des Objektschutzbataillons Jever, dabei Männer aus Schortens und Wittmund, warten im usbekischen Termez auf den Flieger nach Masar-el-Sharif. Auf dem Flugplatz im afghanischen Norden entsteht derzeit ein Feldlager der deutschen ISAF-Truppen. Die Objektschützer aus Ostfriesland werden diesen Stützpunkt drei Monate lang bewachen.
Teil:   1   2   3   4   5   6   7  

Anzeige
Anzeige
Bauen, Leben und Wohnen in Ihlow
Bauplätze in Ihlow



Hintergrundbilder: kostenlos zum Herunterladen Hintergrundbilder zum kostenlosen Download
Auricher Motive, hier klicken


Anzeige:

Domain-Check
Ist Ihr Wunschname noch frei?



Anzeige:



Babyphone
Funkgeräte
Sonnensegel