Ein Jahr in Australien
Mit ihrem Freund Sven Brand, einem Handwerksmeister aus Esens, zieht es Judith Scheele (23) aus Dunum für ein Jahr nach Australien. Sie studiert,
und er will als Maler ein wenig Geld für den Lebensunterhalt verdienen. Natürlich werden sich die beiden auch das riesige Land ein wenig näher ansehen
und darüber von Zeit zu Zeit in den Ostfriesischen Nachrichten erzählen.
Kontakt zu Australiern ist hilfreich, um von Gefahren zu wissen
Australien bietet einem die Möglichkeit, viele verschiedene Tierarten zu entdecken. Tiere, die wir in Deutschland nur im Zoo bewundern können, kann man hier in der freien Natur sehen, da viele von ihnen in Australien zu Hause sind. Wenn man aufmerksam ist, muss man nicht unbedingt in den Busch oder in den Regenwald fahren, um die Tierwelt zu bewundern. Auch in der Stadt ist man täglich von verschieden Tieren umgeben. So sieht man tagsüber zum Beispiel Kakadus, Pelikane, und sogenannte Wellensittiche frei umherfliegen. Sobald es abends dann dunkel wird, werden Opossums aktiv, die sich hauptsächlich in Bäumen aufhalten. Ein Rascheln ist meistens ein Zeichen dafür, dass ein Oppossum im Baum sitzt. Verhält man sich dann ruhig, hat man die Chance, diese menschenscheuen Tiere zu beobachten. Um die für Australien bekannten Tiere, wie Känguruhs und Koalabären, zu sehen, muss man allerdings etwas weiter aufs Land fahren. Da es hier sehr viele Känguruhs gibt und diese die Felder von Landwirten zerstören, werden Känguruhs oft als Plage angesehen. Um die Felder und Ernte der Landwirte zu schützen, wird daher Jagd auf Känguruhs gemacht. In Australien leben aber auch viele gefährliche und giftige Tiere, wie zum Beispiel Schlangen, Spinnen, Krokodile, Haie und Quallen. Diese Tiere sind aber nicht überall in Australien zu finden, sondern in verschiedenen Gebieten des Kontinents zu Hause. Hier in Newcastle und Umgebung leben unter anderem giftige Spinnen wie zum Beispiel die Sydney Funnel Web und die Redback Spinne, Haie und Quallen. Die Sydney Funnel Web hat Ähnlichkeit mit der Vogelspinne, ist allerdings kleiner, und man begegnet ihr auch eher selten. Die Redback Spinne dagegen ist öfter zu sehen und hat, wie der Name sagt, einen Roten Fleck auf dem Rücken. Bisse von beiden Spinnen können tödlich verlaufen, falls man nicht schnell genug ein Gegengift bekommt. Da man von der Gefahr weiß und bekannt ist, dass Spinnen sich in dunklen Ecken und unter Steinen aufhalten, kann man sich entsprechend verhalten.
Kein seltener in Australien: Kakadus im Vorgarten. Foto: Privat
Da es in den Gewässern um Australien herum Haie gibt, sollte man nur an gekennzeichneten Stränden schwimmen. An diesen Stränden sind rot-gelb gestreifte Fahnen aufgestellt, zwischen welchen man unbesorgt baden kann. Diese Abschnitte werden nämlich vom Frühjahr bis zum Herbst von Rettungsschwimmern bewacht. Dies hört sich, denk ich, alles schlimmer an, als es ist. Man sollte einfach immer aufmerksam und vorsichtig sein und sich bei Einheimischen von verschieden Gefahren aufklären lassen. Ein Anblick, der einen zurzeit zum Schmunzeln bringt, sind Menschen, die vor angriffslustigen Vögeln wegrennen. Da es hier gerade Frühling ist, haben viele Vögel Junge und beschützen natürlich ihre Brut. Magpies wählen allerdings einen etwas brutaleren Weg als andere Vögel. Läuft man an einem Baum vorbei, in dem ein Magpie sein Nest hat und dieser sich dadurch bedroht fühlt, setzt er zum Angriff an. Das sieht dann so aus, dass der Vogel hinter einem her fliegt und versucht, den Kopf mit dem Schnabel zu streifen. Aus Erzählungen weiß ich, dass dies ziemlich schmerzhaft sein kann. So sieht man häufig Leute, die vor Vögeln wegrennen und zum Schutz ihre Taschen über den Kopf halten.