DAS HSHS-PROJEKT
Der Auricher Schüler Heiner Eilers (16) reist zusammen mit 29 anderen Schülern von gymnasialen Oberstufen aus ganz Deutschland auf der "Thor Heyerdahl" über die Weltmeere. Bei dem Projekt "High Sea High School" des Spiekerooger Hermann-Lietz- Internats arbeiten die Jugendlichen im Schiffsbetrieb, leben in einer Bordgemeinschaft zusammen mit Crew und Lehrern, erhalten Unterricht an Bord und unternehmen Landexpeditionen. Von Kiel führt die Route über Teneriffa, Union Island, Martinique und Panama nach Costa Rica, Belize, Kuba, die Bahamas, Bermuda und die Azoren. Am 28. April 2007 wird das Schiff in Hamburg zurückerwartet. In unregelmäßigen Abständen wird Heiner Eilers in den ON von seiner Reise berichten.
In Belize geht es für die Schüler unter die Wasseroberfläche / Sie tauchen und schnorcheln in intakte Rifflandschaften
Aurich/Belize. Heiner Eilers Reise geht weiter. Heute berichtet er von der spannenden Unterwasserwelt vor Belize und einem Tauchgang mit Haien. Leinen los nach Belize. Auf der Überfahrt von Costa Rica zurück in die karibische See bleiben der Thor Heyerdahl Überraschungen erspart. Schnell kehrt der Bordalltag ein. "Wir sind inzwischen eine super eingespielte Crew. Ich hatte die Gelegenheit, drei Tage intensiv Training mit dem Bootsmann zu machen. Das war genial. Es war alles dabei, vom Streichen bis zu den Riggarbeiten. Einfach alles", schwärmt Heiner (17). Die seemännische Ausbildung der Schüler läuft auf dem Dreimaster zusätzlich zum Schulprogramm und den tagtäglichen Arbeiten. "Aber das ist in Ordnung, dafür gibt man gerne seine Freizeit", findet Heiner. Belize erreicht das Segelschiff aufgrund optimaler Winde sehr schnell. Die Zeit in Belize startet für die Schüler an einem der größten Riffgebiete der Welt - mit einer Exkursion zum "Blue Hole". Aber auch vor dem Half Moon Ke lässt die Thor für drei Tage den Anker fallen. In dieser Zeit kommen Meeresbiologen an Bord und unterrichten die Schüler.
Der Auricher Heiner Eilers an Bord der „Thor Heyerdahl“. In Costa Rica verließen die Schüler das Schiff für einige Wochen und gingen
auf Expeditionen an Land. Für Heiner nicht nur eine positive Erfahrung. Foto: Privat
"Ein weiterer fantastischer Programmpunkt war das Schnorcheln und Tauchen. Für uns hieß das, dass wir das theoretische Wissen der Biologen sofort unter Wasser entdecken und beobachten konnten. So macht Schulunterricht richtig Spaß. Ja, man kann gar nicht genug davon bekommen", schwärmt Heiner in seiner E-Mail. Einen Tag lang Schnorcheln und Tauchen die Schüler direkt vor Half Moon Key, einer kleinen Insel, um die sich ein großer Riffgürtel erstreckt. Unter Wasser begegnen den Tauchern Papageienfische, Kugelfische und viele andere Wasserlebewesen. "Höhepunkt waren ganz klar die Rochen und Haie. Ein unbeschreibliches Erlebnis." Die Schüler machen aber auch Bekanntschaft mit Baracudas. "Die können einem schon Respekt einflößen und es war nicht wirklich witzig, wenn Fische von ca. 1 bis 1,5 Meter Länge neben einem schwimmen, um deutlich zu machen, dass man dort nichts zu suchen hat", erinnert sich Heiner
Blick in die Tiefen des „Blue Hole“, einem der faszinierendsten Riffe der Welt. Foto: Privat
Die Meeresbiologen begleiten die Schüler bei ihren Tauchgängen, informieren über Korallen, Fische und den Kreislauf eines Riffes. "So etwas muss man gesehen haben. Einfach gigantisch. Es ist sehr wichtig, das diese Gebiete geschützt werden und uns allen erhalten bleiben. Viele Korallen leisten großartige Dinge. Es gibt dort sogenannte Schwämme, die etwa 500 Liter Wasser in der Stunde filtern. Fantastisch, oder?", so Heiner.