Ein Jahr in Kolumbien
Die gebürtige Extumerin Elke Scholz (27) lebt und arbeitet derzeit in Kolumbien. Scholz schloss Ende 2005 ihr Germanistik-, Soziologie- und Kulturwissenschaften- Studium mit Magister an der Universität
Bremen ab, bevor sie über den Deutschen Akademisdhen Austausch-Dienst (DAAD) für ein Jahr als Sprachassistentin nach Bogota/Kolumbien
vermittelt wurde. Aus dem Land, das vor allem durch Drogenkartelle und Bürgerkriege international Schlagzeilen macht, berichtet sie jeden
Montag für die Ostfriesischen Nachrichten von ihren Eindrücken und Erlebnissen.
Elke Scholz aus Extum hat nach ihrem Studium beim DAAD angeheuert – Sie arbeitet seitdem in Bogotá
Aurich/Bogota.Mit frischen Nachrichten aus Kolumbien (Südamerika) wird in den nächsten Wochen Elke Scholz (27) aus Aurich-Extum die Leser der Ostfriesischen Nachrichten versorgen. Sie arbeitet in einem Land, das inernational eher durch Negativ- Schlagzeilen über Drogen, Mafiabosse und Aufragsmorde von sich reden macht. So stellt sich die Auslandskorrespondentin auf Zeit vor: "Ich heiße Elke Scholz, bin 27 Jahre alt und im schönen Auricher Stadtteil Extum aufgewachsen. Dass ich nun schon seit fünf Monaten in Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens lebe und arbeite, ist eher einem Zufall zu verdanken - und auch eine recht schöne Geschichte. Deshalb möchte ich alle, die Lust haben, dazu einladen, sich ein kleines Stück Lateinamerika in die gemütlich winterliche, ostfriesische Wohnstube zu holen. Studiert habe ich Germanistik, Soziologie und Kulturwissenschaften auf Magister an der Universität in Bremen. Da irgendwann aber auch das schönste Studentenleben ein Ende hat, schloss ich mein Studium Ende 2005 mit sehr guten Noten ab. Ich war überglücklich, doch auch ein wenig wehmütig und verunsichert, denn die momentane Arbeitsmarktsituation in Deutschland sieht für uns
Geisteswissenschaftler, milde ausgedrückt, nicht besonders rosig aus. Bekanntermaßen gehören meine Altersgenossen und ich zu der vielzitierten 'Generation Praktikum'; was für uns konkret bedeutet, dass die raren festen Anstellungen - wenn überhaupt - erst nach Absolvieren eines meistens unbezahlten und bis zu einjährigen Praktikums in Aussicht gestellt werden. Vielleicht bewarb ich mich aus diesem Grund, aber auch, weil ich mich schon immer für fremde Kulturen interessiert habe, beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Schon während meines Studiums hatte ich ethnologisch und interkulturell gearbeitet und geforscht, noch während meiner letzen Prüfungen. Der DAAD wurde 1925 gegründet und ist eine gemeinsame Einrichtung aller deutschen Hochschulen mit der Aufgabe, die akademischen Beziehungen mit dem Ausland vor allem durch den interkulturellen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern zu fördern. Als größte deutsche Förderorganisation für die internationale Hochschulzusammenarbeit erfüllt er zugleich Aufgaben der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, der Entwicklungspolitik sowie der nationalen Hochschulpolitik, die ihrerseits in der Internationalisierung von Forschung, Lehre und Studium ein vorrangiges Anliegen sieht.
Elke Scholz vor dem Panorama von Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens. Foto: privat
Diese Zielsetzungen konkretisieren sich in über zweihundert Programmen, die ganz überwiegend aus öffentlichen Mitteln des Bundes finanziert werden. Eines dieser Programme ist ein Jahresstipendium für sogenannte Sprachassistenten. Die Ausschreibung richtet sich an Absolventen der Studienfächer Germanistik, Deutsch als Fremdsprache oder der jeweiligen Regional-Philologien. Obwohl ich niemals auf Lehramt studieren wollte (meine Mutter ist Lehrerin), habe ich während meines Studiums in Deutschland, aber auch im Ausland, als Deutschlehrerin gearbeitet, um mir etwas Geld zu verdienen. Hierbei stellte ich fest, dass das Unterrichten mir sehr viel Spaß macht, und so bewarb ich mich für das Jahresstipendium auf Kuba. Da es aber für Havanna erwartungsgemäß sehr viele Bewerber gab, wurde uns seitens des DAAD empfohlen, unsere Länder- Wünsche auszuweiten, um so unsere Chancen auf einen Platz zu vergrößern. Dass ich in Kolumbien gelandet bin, ist demnach eher einem glücklichen Umstand zu verdanken und nicht als Konsequenz einer reichlichen und rationalen Überlegung zu erachten. K wie Kuba, K wie Kolumbien. Je mehr Informationen ich damals über dieses in allen Beziehungen so facettenreiche Land sammelte, desto undurchsichtiger und verworrener erschienen mir die sozialen und politischen Verhältnisse und die komplexen Prozesse, in denen Kolumbien sich gerade befindet. Leider werden immer noch fast überall in der Welt als erstes Entführungen, Guerilleros und der Kokainhandel mit Kolumbien assoziiert."