Leer: Dealte die Ärztin mit Methadon? Leeraner Medizinerin soll in U-Haft
ade Leer. Schwere Vorwürfe werden derzeit gegen eine Leeraner Ärztin erhoben: Die Medizinerin soll in ihrer Praxis illegal Methadon an Drogenabhängige der Stadt verkauft haben, heißt es. Die Auricher Staatsanwaltschaft wollte diese Behauptung am gestrigen Mittwoch so nicht bestätigen. Werner Kramer, Chef der Anklagebehörde, erklärte jedoch, „dass gegen die Ärztin wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und wegen Abrechnungsbetrugs ermittelt wird“.
Staatsanwaltschaft und Polizei haben am gestrigen Mittwoch über mehrere Stunden Durchsuchungen im Umfeld der Leeraner Ärztin durchgeführt. Die Beamten beschlagnahmten alleine in der Praxis in der Leeraner Innenstadt drei Umzugskisten mit möglichem Beweismaterial. Insgesamt „drei Objekte“ nahmen die Ermittler unter die Lupe, hieß es vor Ort gegenüber den ON. Unterstützt wurden Staatsanwaltschaft und Polizei dabei von einer weiteren Ärztin sowie einem Sachverständigen der AOK.
Gegen die verdächtige Medizinerin wurde Untersuchungshaft beantragt. Darüber entscheidet am morgigen Donnerstag das Amtsgericht Leer. Der zuständige Ermittlungsrichter hatte auch bereits die Durchsuchungsbeschlüsse erlassen.
Die betroffene Ärztin ist eine von drei Medizinern, die in Leer den Drogenersatz Methadon an Süchtige ausgeben dürfen.
Ostfriesische Nachrichten Online-Ausgabe vom 08.03.2006; 22:00:00 Uhr