Helgoland/Greetsiel: Die Nordsee wird immer wärmer Sommerreise des Bundes-Umweltministers
dpa/on Helgoland / Greetsiel. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) fordert eine einheitliche und abgestimmte Meeresschutz-Strategie in der EU. Dies solle während der deutschen Ratspräsidentschaft in der ersten Hälfte 2007 geschehen, sagte Gabriel am Montag zu Beginn seiner Sommerreise auf Helgoland. Die Forschung der Mitgliedsländer müsse dringend verzahnt werden, betonte er bei einem Besuch der Biologischen Anstalt Helgoland (BAH).
Die BAH stellt seit Jahren eine Beschleunigung des ökologischen Wandels fest. Bei Helgoland sei die Wassertemperatur über die letzten 40 Jahre hinweg um 1,1 Grad Celsius gestiegen. Damit sei die Nordsee „ozeanischer“ geworden. Immer neue Arten aus dem Mittelmeerraum siedelten sich an. Solche Erkenntnisse seien über viele Jahre durch Messungen zusammengetragen worden, erläuterten die Experten dem Umweltminister in Helgoland.
Der Nabu nutzte die Sommerreise von Gabriel, um in Greetsiel die Forderung der Naturschutzorganisation nach einem Küstenschutz zu erneuern, der dem Klimawandel Rechnung trägt. Meeresspiegelanstieg, Häufung von Sturmfluten und Festlandsabsenkungen seien Folgen des Klimawandels, die nicht erst in ferner Zukunft beginnen würden, sondern längst begonnen hätten. Man benötige deshalb ein Küstenschutzkonzept auf ganz neuen Grundlagen, heißt es in einer Nabu-Presseerklärung.
Erneut warnte der Nabu am Montag auch davor, den Schutzstatus des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer zu verringern. Das Land Niedersachsen dürfe die Grundsätze für den Küstenschutz nicht ändern und Kleientnahmen im Wattenmeer damit zulassen. Das verändere den Wellegang und verringere die Deichsicherheit. Bagger hätten im Nationalpark nichts zu suchen, schreibt der Nabu.
Ostfriesische Nachrichten Online-Ausgabe vom 17.07.2006; 22:00:00 Uhr