Aurich: Jörg Rogall: Hungerstreik, bis Ermittlungen beginnen 44-Jähriger will auf angebliche Missstände bei Ein-Euro-Jobs aufmerksam machen / ARGE: „Es ist alles in Ordnung“
Tagsüber verteilt Jörg Rogall vor dem Kreishaus Handzettel. Nach eigenen Angaben befindet er sich seit Sonnabend im Hungerstreik. Bis die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen den Landkreis aufnimmt, will er seine Aktion fortsetzen. Foto: Treblin
nig Aurich. Mit einem Hungerstreik will Jörg Rogall auf angebliche Missstände bei der Beschäftigung von Ein-Euro-Jobbern beim Landkreis Aurich aufmerksam machen. Seit Samstag, so berichtet der 44-Jährige aus Südbrookmerland, befinde er sich im Hungerstreik. Vor dem Kreishaus in Aurich will er nun jeden Tag Handzettel verteilen. Bis die Staatsanwaltschaften Ermittlungen gegen den Landkreis einleite, wolle er seine Aktion fortsetzen.
Er spricht von einer Lawine, die nun losgetreten wird. Die Auricher Kreisvolkshochschule (KVHS) fungiere als Leiharbeitsunternehmen, so die Vorwürfe von Rogall. Vier Ein-Euro-Kräfte hätten einen Vertrag mit der KVHS. Laut Vertrag, so Rogall, sollten sie im Möbellager der KVHS in Münkeboe eingesetzt werden. Tatsächlich würden die vier Ein-Euro-Jobber aber die Paddel- und Pedalstation am Großen Meer betreuen.
„Die Leute werden dort illegal beschäftigt“, behauptet der 44-Jährige. Im Auricher Möbellager der KVHS würde eine Frau arbeiten, die bereits ihren dritten Ein-Euro-Job habe. Die Arbeiten im Möbellager könnten jedoch nicht als „zusätzliche Arbeit“, wie es das Gesetz fordert, angesehen werden, so Rogall. Ihm seien insgesamt zwölf Ein-Euro-Jobber bekannt, die vom Landkreis illegal beschäftigt würden, sagt er.
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Ostfriesische Nachrichten Online-Ausgabe vom 23.10.2006; 22:00:00 Uhr