Immega hat für Ossiloop gemeldet Sechseinhalb Wochen vor dem Start schon über 1400 Anmeldungen / Ubbo-Emmius-Klinik mit 52 Läufern dabei
Im vergangenen Jahr war Stephan Immega (Nr. 1) beim Ossiloop einer unter vielen und froh, überhaupt alle sechs Etappen laufen zu können. Aus gesundheitlichen Gründen musste er zurückschalten. Jetzt ist er in die Wettkampfszene zurückgekehrt und hat für den Ossiloop 2010 gemeldet. Foto: Wolfenberg
Von Silke Meyer
Aurich. Das hat es noch nie gegeben. Sechseinhalb Wochen sind es noch bis zum Start der ersten Etappe des Ossiloops. Und schon jetzt kommt die Zahl der Voranmelder bereits nahe an die Zahl der Teilnehmer heran, die im vergangenen Jahr gestartet sind. 1550 waren es 2009. 1430 stehen für 2010 auf der Meldeliste. Stand gestern. „Und rund ein Drittel kommt in den letzten vier Wochen noch dazu“, weiß Organisator Edzard Wirtjes aus Erfahrung.
Vor allem die, für die eine Teilnahme mehr als nur ein Erlebnis ist, die vorne laufen, entscheiden sich meist erst in der Endphase für einen Start. Nicht so Stephan Immega (LG Harlingerland). Der vierfache Ossiloop-Sieger hat bereits seine Zusage gegeben. „Mal gucken, was geht und wie die nächsten Wochen so laufen. Riesenziele habe ich mir jetzt nicht gesetzt“, ist sein Start-Motto, obwohl er sich nach
seiner gesundheitsbedingten Zwangspause in der Wettkampf-Szene zurückgemeldet hat. Der erste sportliche Höhepunkt steht für ihn bereits zwei Wochen vor dem Ossiloop an. Bei den Landesmeisterschaften über die 10 Kilometer in Wolfenbüttel.
Im vergangenen Jahr hatte Immega zwar am Ossiloop teilgenommen, musste aber eben aus gesundheitlichen Gründen mehrere Gänge zurückschalten und war einer unter vielen. Der Oldenburger Georg Dietrich, der für die LG Braunschweig startet, trat in seine Sieger-Fußstapfen, hat aber noch nicht gemeldet. Ebenso wie die Titelverteidigerin bei den Frauen, Eva Brinkmann (VfL Germania Leer). Während Brinkmann allerdings angekündigt hat, auch in diesem Jahr dabei zu sein, ließ Dietrich einen Start offen. Bei den Frauen bereits gemeldet hat hingegen mit Sonja Hoogestraat eine Vereinskollegin von Immega, die 2008 Ossiloop-Gesamtsiegerin war.
Auf große Resonanz stößt auch in diesem Jahr wieder die Firmenwertung. Die Leeraner Hartmann-Reederei ist erneut stark vertreten. Neu hingegen dabei ist die Ubbo-Emmius-Klinik Aurich / Norden mit 52 Teilnehmern. „Im vergangenen Jahr sind Bedienstete für sich und ihren Verein gelaufen. Da kam uns die Idee, beim nächsten Mal als Gruppe für die Klinik anzutreten“, sagt Andreas Langensiepen, der die Teilnahme zusammen mit Marion Meyer und Martina Janssen ins Laufen gebracht hat. Seit Anfang Januar trifft sich die Gruppe, zu der Läufer aus allen Abteilungen der Klinik gehören, Ärzte, Pflegepersonal, Verwaltungsmitarbeiter, immer montags und läuft rund um oder auf dem Ellernfeld zwischen sieben und zehn Kilometer.
Auch immer mehr Läufer von außerhalb Ostfrieslands melden trotz des erheblichen Zeitaufwandes für die einzigartige Veranstaltung. Zehn Läufer von Schwarz Weiß Oldenburg zum Beispiel wollen dabei sein und animieren über das Internet weitere Teilnehmer aus ihrer Region zum Mitmachen. An- und Abreise soll organisiert per Bus erfolgen.
Wieso das Interesse so früh schon so groß ist? Wirtjes kann da nur mutmaßen: „Vielleicht liegt es daran, dass im vergangenen Jahr mal kurz über eine Teilnehmergrenze nachgedacht worden ist. Und jetzt wollen viele rechtzeitig sicher gehen dabei zu sein.“ Ein Teilnehmerlimit ist aber kein Thema mehr. „Ganz sicher liegt es auch daran, dass erstmals in umgekehrter Richtung, also von Bensersiel nach Leer gelaufen wird. Das hat sicher den ein oder anderen zusätzlich motiviert“, glaubt Wirtjes.
Am Dienstag, 27. April, wird die erste Etappe von Bensersiel nach Dunum gelaufen. Damit beginnt der Lauf so früh wie noch nie. „Das liegt an den Feiertagen im Mai“, nennt Wirtjes den Grund. Würde die erste Etappe erst Anfang Mai sein, wären sowohl das lange Himmelfahrts- als auch das Pfingstwochenende mit dem Ossilauf belegt gewesen. „Der frühe Termin ist jetzt vielleicht für die Läufer mit Blick auf die Vorbereitung etwas unglücklich. Andererseits sind jetzt die Pfingsttage familienfreundlich frei“, hat Wirtjes bei der Terminplanung das Für und Wider einbezogen.
Und scheinbar alles richtig gemacht. Die Zahlen sprechen für sich.
Ostfriesische Nachrichten Online-Ausgabe vom 10.03.2010; 22:00:00 Uhr