Kindergärten kämpfen gegen Defizite Zahl der dreijährigen mit Sprachentwicklungsstörungen steigt sprunghaft an / Fortbildung in Kitas
Sprachunterricht macht Spaß: Das Team des DRK-Kindergartens bei seiner Fortbildung am Montagabend im Mütterzentrum. Foto: Witte
wit Aurich. Kindergärten werden zu sozialtherapeutischen Einrichtungen. Ihre vornehmste Aufgabe ist heute vielmehr, Defizite auszugleichen und weniger, Kindern Freude am Zusammenwirken mit anderen Kindern zu vermitteln.
Nach Einschätzung von Elke Habben, Leiterin des DRK-Kindergartens am Wasserturm, kommen mittlerweile 20 Prozent der Dreijährigen mit Sprachstörungen in ihre Einrichtung; diese Zahl nehme von Jahrgang zu Jahrgang zu. Das Team des Wasserturmkindergartens bildet sich deshalb zurzeit zum Thema „Sprache – Sprachentwicklung – Sprachentwicklungsstörungen – Sprachförderung“ weiter. Geleitet wird die Fortbildung von der Logopädin und Frühförderin Brigitta Strauß.
Strauß sagte den ON, jedes vierte oder fünfte dreijährige Kind könne heute die Worte in einem Satz nicht richtig aneinanderreihen. Hinzu kämen Schwierigkeiten bei der Lautbildung. Würden diese Sprachentwicklungsstörungen nicht beseitigt, hätten die Kinder in wenigen Jahren ganz große Schwierigkeiten lesen und einigermaßen richtig schreiben zu lernen. Es bauten sich Sprachbarrieren auf, so dass diese Kinder nur noch eingeschränkt am sozialen Leben teilnähmen. Üblicherweise sei der Erwerb der Sprachstruktur mit drei Jahren abgeschlossen.
Vor zehn Jahren, so Habben und Strauß, habe es sehr viel weniger Kinder gegeben, die mit der Sprache nicht umgehen konnten. Deshalb sei die Annahme falsch, nur weil man heute genauer hinschaue, habe die Zahl der Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen zugenommen. Den Blick habe man geschärft und die Früherkennungsinstrumente habe man verbessert, weil das Problem so groß geworden sei.
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Ostfriesische Nachrichten Online-Ausgabe vom 10.03.2010; 22:00:00 Uhr