Aurich/Norden: Kreiskrankenhaus: Defizit von 4,5 Millionen Euro
wit Aurich. Das Kreiskrankenhaus Aurich/Norden schiebt ein Defizit von rund 4,5 Millionen Euro vor sich her. Um dieses Loch zu stopfen, sollen (unter anderem) die Lohnkosten gesenkt werden. Das Schlagwort heißt: „Der BAT (Bundesangestellten Tarif) muss weg. Nicht zuletzt zu diesem Zeck ist beabsichtigt, das Krankenhaus in eine GmbH zu verwandeln. Für Roland Schmidt, Vorsitzender des Betriebsrates des Auricher Krankenhauses, ist das der falsche Weg. Das Defizit könne so nicht ausgeglichen werden. Und falsch sei zudem, dass das Defizit auf die Steigerung der BAT-Vergütung zurück zuführen sei.
In einem Gespräch mit den ON sagte Schmidt, die Lohnsumme des Auricher Krankenhauses liege bei 26,6 Millionen Euro. Damit das Krankenhaus nach einer Übergangszeit schwarze Zahlen schreibe, sei diese Summe um rund 10 Prozent zu senken.
Bei genauerem Hinsehen zeige sich jedoch, dass an eine pauschale Kürzung aller Gehälter um 10 Prozent nicht zu denken sei. Da Ärztemangel herrsche, sei bei den Ausgaben für Ärzte kaum etwas einzusparen. Wenn man wisse, dass ein durchschnittlicher Krankenhaushausmitarbeiter über 51000 Euro verdiene und sich gleichzeitig vor Augen führe, dass eine Krankenschwester etwa auf die Hälfte komme, dann erkenne man, dass ein ganz großer Teil der Lohnsumme überhaupt nicht zu senken sei, da sie an die Ärzte flösse.
Die Einsparung von 2,5 Millionen Mark pro Jahr werde sich deshalb auf die rund 280 Pflegekräfte und 100 Arbeiter in der Wäscherei, der Küche, im Reinigungsdienst und in der Hausmeisterei konzentrieren. Und die würden dann nicht zehn, sondern zwanzig Prozent ihres Gehaltes verlieren. Ein nach BAT bezahlter Krankenpfleger bekomme heute (Steuerklasse 1) 1400 Euro netto im Monat; eine Lohnsenkung um 20 Prozent sei inakzeptabel. So könne man die Motivation der Mitarbeiter nicht erhalten.
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Ostfriesische Nachrichten Online-Ausgabe vom 12.01.2004; 21:00:00 Uhr